Auftaktveranstaltung

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Kurzübersicht der Ergebnisse

bzgl. der einzelnen Zielgruppen in der Innenstadt

 

Das Projekt "Aktiv für Arbeit im Stadtteil - Arbeitsmarktpolitisches Netzwerkcoaching in städtischen Problemgebieten" ist in Oberhausen seit Januar 2013 im Sozialquartier Innenstadt/ Alt-Oberhausen tätig. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds gilt es für die Zielgruppen Alleinerziehende, Jugendliche und große Bedarfsgemeinschaften im Quartier sozialraumorientierte Arbeitsmarktpolitik zu betreiben.


Die soziale Lage und die Chancen von Menschen sind eng mit ihrem Wohnort, dem Quartier, in dem sie leben, verbunden. Die Lebenslage der Oberhausener Bevölkerung unterscheidet sich - je nach Wohnort - deutlich voneinander.


Die Innenstadt ist im Vergleich zu den übrigen 26 Oberhausener Sozial-quartieren das drittgrößte Quartier gemessen an der Einwohnerzahl. Insgesamt leben hier 13.016 Einwohnerinnen und Einwohner bzw. 6,2 % der Oberhausener Bevölkerung.


Das Quartier zählt zu den sozial benachteiligten Oberhausener Sozial-quartieren.
Sowohl die Arbeitslosenquote (17,5 %), die SGB II-Quote (33,5 %) als auch die Sozialgeldquote der unter 15-Jährigen ist in der Innenstadt am höchsten. Mehr als die Hälfte (55,4 %) der unter 15-Jährigen sind hier auf Sozialgeld nach dem SGB II angewiesen.
Das Quartier Innenstadt hat den zweithöchsten Anteil von Personen mit Migrationshintergrund (40,4%). Zudem wohnt hier ein Hoher Anteil von Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf (Alleinerziehende, kinderreiche Familien).


Das Projekt „Aktiv für Arbeit im Stadtteil“ möchte sich in seiner zweijährigen Projektlaufzeit vor allem um die Problemlagen der drei genannten Zielgruppen Alleinerziehende, Jugendliche und große Bedarfsgemeinschaften im Bezug auf den Arbeitsmarkt kümmern.


Hierzu wurden in der Auftaktveranstaltung die objektiven Problemlagen der einzelnen Zielgruppen vorgestellt und auf dieser Grundlage die subjektiv wahrgenommenen Eindrücke der Akteure bzgl. der Problemlagen der entsprechenden Zielgruppen im Quartier Innenstadt erfragt.


Eine entsprechende Zusammenfassung der Ergebnisse des interaktiven Teils ist hier kurz dargestellt. Die Daten der Sozialstrukturanalyse können Sie der PowerPoint-Präsentation (PDF) sowie – in Textform – der Analyse entnehmen.

 

 

Wie geht es weiter?


Die für die Umsetzung des Projektes „Aktiv für Arbeit im Stadtteil“ verantwortlichen Netzwerkcoaches tragen die Ergebnisse in die bestehenden Arbeitskreise der Innenstadt hinein, um die zielgruppenspezifischen Belange dort nachhaltig zur Geltung zu bringen.


Ziel ist es, durch eine bedarfsgerechte Herangehensweise gemeinsam mit den Akteuren bessere zielgruppenspezifische Zugänge in den Arbeitsmarkt zu schaffen.
 

 

Definition „Alleinerziehende“ im Projekt:


Alle Mütter und Väter, die mit mindestens einem minderjährigen Kind ohne Ehe- oder Lebenspartner/-in einem Haushalt dauerhaft zusammen leben.

 


objektive Datengrundlage

  • Insgesamt 444 Alleinerziehenden- Haushalte; das sind 36% aller Familien mit Kindern (Durchschnitt 24,5%)
  • jedes dritte Kind (32,9%) in der Innenstadt lebt mit nur einem Elternteil zusammen (Durchschnitt = 22,6%)
  • 313 der 444 Alleinerziehenden-Haushalte (70,5%) sind auf Transferleistungen nach dem SGB II angewiesen (Durchschnitt 53,2%), bei den Kindern sind es 83% aller Kinder in einem Alleinerziehenden-Haushalt (Durchschnitt 59%)
  • Insgesamt leben in den Haushalten von Alleinerziehenden mit ALG II-Bezug 462 erwerbsfähige Personen, von denen 193 arbeitslos gemeldet sind.
  • Mehr als ¾ dieser haben keinen Schulabschluss oder einen Haupt-schulabschluss und ebenso viele haben keine abgeschlossene Berufsausbildung

zusammengefasst:

  • Der Anteil der Alleinerziehenden in der Innenstadt ist überdurch-schnittlich hoch
  • Die AEZ sind überdurchschnittlich häufig auf Transferleistungen angewiesen

 

erfasste Problemlagen Alleinerziehender (im Workshop):

  • Oft große Isolation
  • Psychische Überlastung (Depression, Ängste, Burnout)
  • Sprachliche Defizite
  • Religiöse Beschränkungen (Kopftuch)
  • Mangel an Vorbildern
  • Orientierung fehlt
  • Überforderung mit Kindererziehung
  • Mangelnde Flexibilität Kindererziehung
  • Häusliche Gewalt
  • Sprachprobleme
  • Bestehende Netzwerke nicht genügend sichtbar
  • Isolation
  • Freiraum bei der Kindererziehung – Auszeiten für Bildung, Erholung, Kontakte
  • Teufelsdreieck Kinderbetreuung – Arbeitszeit – nicht lohnende Arbeit (Abzüge)
  • Fehlende Ansprechpartner/ Informationen
  • Soziale und familiäre Netzwerke nehmen ab
  • Mangelnde Flexibilität
  • Wenige Betreuungsmöglichkeiten (U3) ;dazugeschriebene Anmerkung: „U3-Plätze sind frei!“
  • Ausfallzeiten durch Erziehungspausen/ fehlende Qualifikation
  • Geringes Lohnniveau
  • Wenig Einkommen durch Teilzeit
  • Enorme Fluktuation (An- und Abmeldungen)

 

erfasste Potentiale Alleinerziehender (im Workshop):

  • Anbindung/Unterstützung durch Familienzentren
  • Gute Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit (mobil und in den Einrichtungen)
  • Innenstadt hat attraktive Infrastruktur (Ärzte, Geschäfte, Schule, Nahverkehr usw.)
  • Familienarbeit und –samstage (kostenlos)  Bauspielplatz RW
  • Nachbarschaftscafé im ZIB für Mütter mit Zuwanderungsgeschichte (Infos, Kinderbetreuung, Kontakte, Beratung)


zusammengetragene Bedarfe Alleinerziehender(im Workshop):

  • „vorbildliche“ Alleinerziehende bieten Orientierung/ Kontakt im Schonraum (z.B. Café)
  • Workshops zum Erlernen von Alltagsstrategien
  • Wegweiser (Broschüren) mit wichtigen Adressen/ Menschen als Wegweiser
  • Beziehungsangebote (Coaching)
  • Auswege aus Isolation aufzeigen
     

 

 

Definition „große Bedarfsgemeinschaften“ im Projekt:


Als Große Bedarfsgemeinschaft werden alle SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit mindestens fünf Personen verstanden. Es können entweder eine Al-leinerziehenden-BG mit mindestens vier Kindern unter 18 Jahren, oder eine Partner-BG mit mindestens drei Kindern unter 18 Jahren sein.

 


objektive Datengrundlage

  • In der Innenstadt leben mit 14,6% stadtweit der zweithöchste Anteil an großen Familien; das sind 180 Familien mit insgesamt 637 Kindern (29,8% aller Kinder)
  • Mehr als die Hälfte aller Familien in der Innenstadt(58,3%) beziehen Leistungen nach dem SGB II (Stadtweit = 35,5%)
  • 390 (61%) der 637 Kinder in den Großen Familien leben in der Innenstadt von Transferleistungen
  • Der Anteil der arbeitslosen Leistungsberechtigten in großen BGs ohne Schulabschluss (45,5%) ist dabei sogar noch einmal höher als bei den Alleinerziehenden (38,3%).

zusammengefasst:

  • Der Anteil an großen Familien ist in der Innenstadt überdurchschnittlich hoch
  • Die großen Bedarfsgemeinschaften beziehen überdurchschnittlich häufig Leistungen nach SGB II


erfasste Problemlagen Großer Bedarfsgemeinschaften ( im Workshop):

  • Finanzierbare Freizeitaktivitäten
  • Zu große Bürokratie im Jobcenter bei erzieltem Einkommen
  • Niedrige Löhne machen eine Arbeitsaufnahme unattraktiv

 

erfasste Potentiale Großer Bedarfsgemeinschaften (im Workshop):

  • Sozialkompetenz; gegenseitige Unterstützung durch viele Bezugspersonen
  • Gute Angebote für Kinder und Jugendliche
  • Familiensamstag/ Familienseminare
     

 

 

Definition „Jugendliche“ im Projekt:

Als Jugendliche werden alle ab dem erwerbsfähigen Alter von 15 Jahren bis unter 25 Jahren gezählt.


objektive Datengrundlage

  • Insgesamt leben im Quartier Innenstadt 1.474 Jugendliche im Alter von 15 bis unter 25 Jahre, das sind 6,2% der Oberhausener in dieser Altersklasse
  • 45,7% haben einen Migrationshintergrund (Gesamtstadt = 28,2%)
  • Jugendliche in der Innenstadt sind fast doppelt so häufig arbeitslos (8,6%) als in Oberhausen insgesamt (4,9%)
  • Auch der Anteil der Jugendlichen im SGB II ist etwa doppelt so hoch wie im Durchschnitt und markiert mit 31,3% den stadtweit höchsten Wert, davon sind 121 der Jugendlichen arbeitslos gemeldet
  • Ein Viertel der SGB II leistungsberechtigten arbeitslosen Jugendlichen haben keinen Schulabschluss und 50 % haben einen Hauptschulab-schluss,
  • 91% dieser arbeitslosen Jugendlichen im SGB II haben zudem keine abgeschlossene Berufsausbildung.

zusammengefasst:

  • Der Anteil der Jugendlichen im SGB II ist in der Innenstadt überdurchschnittlich hoch
  • Die Jugendlichen in der Innenstadt haben überdurchschnittlich häufig keinen Schulabschluss bzw. keine Berufsausbildung

 

erfasste Problemlagen Jugendlicher ( im Workshop):

  • Fehlende Vorbilder, Unterstützungspersonen, Netzwerke
  • Perspektivlosigkeit
  • Mangelndes Engagement/ Interesse der Eltern
  • Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte benötigen eine individuelle Beratung und Betreuung; auch Sensibilisierung des Elternhauses
  • Kinder und Jugendliche kennen ihre Stärke nicht
  • Gewalt in Familien
  • Nicht-arbeitende Eltern als Vorbild
  • Niedrige Frustrationsgrenze
  • Orientierungslosigkeit
  • Mangelnde Motivation
  • Hohe Erwartungen
  • Fehlendes Selbstbewusstsein
  • Sucht- und Schuldenproblematik
  • Keine Tagesstruktur gelernt
  • Angst vorm scheitern
  • Kein angemessenes Sozialverhalten bzw. Auftreten (z.B. gegenüber Ar-beitgebern)
  • Psychische Probleme
  • Unzuverlässigkeit
  • Fehlende Fähigkeit, den Alltag (u.a. Umgang mit Geld/Behörden) eigenständig zu regeln
  • Wenig Interesse an Mitarbeit in Vereinen/ ehrenamtlichen Tätigkeiten

 

erfasste Potentiale Jugendlicher (im Workshop):

  • Unterstützung und Begleitung durch soz. Einrichtungen und Einzelpersonen
  • Sozialstunden, 1€-Kräfte, Begleitung, Beratung, Unterstützung
  • Anerkennung bei öffentlichen Auftritten
  • Projektangebote der ansässigen Jugendeinrichtungen
  • Zentrale Lage und gute Anbindung

 

Zusammengetragene Bedarfe Jugendlicher (im Workshop):

  • Wir sind Vorbilde, BürgerInnen-Kompetenzzentrum
  • Mentorenprojekt, Lobbyarbeit, Realistische Berufsberatung
  • „erobern“ von öffentlichen Räumen mit Hilfe von „CoacherInnen“, Schaffung von Kontakten zu Beratungsstellen
  • Einbindung in soziale Einrichtungen u.U. mit Kompetenz/Anerkennung ausstatten, 1:1 Kontakt, Beziehungsaufbau, niederschwelligere Angebote
     


 

  • Europäische Union Arbeit NRW