Zielgruppen

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Aus den spezifischen Problemlagen im Sozialquartier Innenstadt ergeben sich für das Projekt drei bestimmte Zielgruppen:

 

Die einzelnen Zielgruppen solle hier kurz definiert werden.


 

 

Jugendliche (U25)

 

Unter Jugend versteht man den Zeitraum zwischen dem Eintritt der biologischen und der sozialen Reife. Da soziale Reife schwer zu greifen und definieren und individuell verschieden ist, gibt es keine klare Altersgrenze an der man den Beginn und das Ende der Jugend festmachen kann. Man kann aber feststellen, dass sich die Phase der Jugend in den letzen Jahren ausgedehnt hat, da z.B. der Übergang zur Phase des Erwachsenenalters durch längere Ausbildungszeiten verlängert wird. Die Jugendphase ist geprägt von verschiedensten Herausforderungen: Loslösung von familiären Bindungen, Entwicklung von Selbstkonzepten, Aneignung von Verhaltensmustern und Entwicklung von Wertvorstellungen und Zukunftsplänen.

 

Die Altersgruppe der Jugendlichen wird im SGB II wie folgt definiert:
Im SGB II gilt jeder als erwerbsfähiger Hilfebedürftiger bzw. erwerbsfähige Hilfebedürftige, der/die das 15. Lebensjahr vollendet hat, erwerbsfähig und hilfebedürftig ist, also mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig sein kann und nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit daran gehindert ist und der eigene Unterhalt, die Eingliederung in Arbeit und der Unterhaltsbedarf der mit in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln gesichert werden kann.
Die Grenze für Jugendliche bzw. junge Erwachsene wird in vielen Jobcentern in denen es spezielle Teams für die Betreuung dieser Altersgruppe gibt auf ein Alter von 25 Jahren gelegt.

 

Da es sich bei diesem Projekt vor allem um Personen aus dem Rechtskreis des SGB II handelt, wird bei der Definition auf die entsprechenden Kriterien zurückgegriffen.
Zur Zielgruppe 'Jugendliche – U25' zählen demnach alle Personen die zwischen 16 (Beginn des 15. LL) und 24 Jahren alt, erwerbsfähig und hilfebedürftig sind.

 

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Robert Koch-Institut



 

 

Alleinerziehende

 

Das SGB II kennt und unterscheidet alleinerziehende erwerbsfähige Leistungsbezieher und Alleinerziehende-Bedarfsgemeinschaften.
Eine Alleinerziehende-Bedarfsgemeinschaft besteht aus einem Elternteil mit der Rolle der/ des erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sowie mindestens einem minderjährigen, unverheirateten Kind. Der/ die Alleinerziehende ist alleine für die Pflege und Erziehung des Kindes zuständig.

 

Als alleinerziehende erwerbsfähige Leistungsbezieher gelten alle erwerbsfähigen, leistungsberechtigten Personen einer Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaft. Ausgenommen hiervon sind Personen, die zwar in einer Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaft leben, aber den Status eines minderjährigen, unverheirateten Kindes oder einer volljährigen unverheirateten Person unter 25 haben. Bedarfsgemeinschaften mit einem Elternteil und einem volljährigen Kind gelten nicht als Alleinerziehende-Bedarfsgemeinschaften sondern werden unter dem BG-Typ „sonstige Bedarfsgemeinschaften“ zusammengefasst.

 

Personen, die ein Kind im Alter unter drei Jahren betreuen, weisen einen sog. Ausschlussgrund auf, eine Erwerbsfähigkeit gilt in diesen Fällen als nicht zumutbar. Diese Personen sind nach dem SGB II trotzdem eLBs und bilden mit ihrem Kind bzw. ihren Kindern eine Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaft.

 

Unter 'Alleinerziehende' sollen im Rahmen des Projektes demnach alle Personen verstanden werden, die als alleiniger Elternteil mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammen leben und alleine für deren Pflege und Erziehung zuständig sind.

 

Quelle:Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter Oberhausen


 

 

große Bedarfsgemeinschaften
 

Bedarfsgemeinschaft ist ein Ausdruck, der nur im SGB II zu finden ist. Laut Bundesagent für Arbeit bezeichnet eine Bedarfsgemeinschaft „eine Konstellation von Personen, die im selben Haushalt leben und gemeinsam wirtschaften. Eine BG (nach § 7 SGB II) hat mindestens einen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb).“ Zu einer Bedarfsgemeinschaft können zudem Eltern und deren Partner gehören, sofern sie im Haushalt eines unter 25-jährigen eLb wohnen, weiterhin der Partner eines eLb, Kinder, sofern sie kein eigenes Einkommen haben, und andere eLB.
Der Begriff der Bedarfsgemeinschaft ist enger gefasst als derjenige des Haushalts. So gehören zu einer Bedarfsgemeinschaft nur die Personen, die auf Dauer zusammen leben und wirtschaften. Großeltern und Enkelkinder sowie sonstige Verwandte und Verschwägerte gehören somit nicht zur Bedarfsgemeinschaft, würden aber, sofern sie in einer Wohnung leben unter einem Haushalt zusammengefasst.
Die Arbeitsagentur unterscheidet zudem noch in unterschiedliche BG-Typen. Hiernach gibt es Single-Bedarfsgemeinschaften, Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaften und Partner-Bedarfs-gemeinschaften mit und ohne Kinder.
Eine genaue Definition einer großen Bedarfsgemeinschaft gibt es hier nicht.

 

Bei Gesprächen mit Trägern, dem Jobcenter und Vertretern der Stadt kristallisierte sich aber heraus, dass viele den Begriff mit der früheren Bezeichnung der kinderreichen Familie gleichsetzen.

 

Die Bezeichnung kinderreich bzw. kinderreiche Familie ist eine Besonderheit der deutschen Sprache und weist auf vergangene gesellschaftliche und auch ökonomische Verhältnisse hin, da es als Altersversicherung bzw. auch als Sicherstellung des Familieneinkommens verstanden wurde viele Kinder zu haben. Der Begriff kinderreich findet in anderen Sprachen keine unmittelbare Entsprechung.

 

Nach einer repräsentativen Studie sind 57% der Deutschen der Meinung, dass die ideale Familie aus dem Elternpaar und zwei Kindern besteht. Nur 13% halten drei Kinder für ideal und nur 2% vier oder mehr Kinder. Es ist somit davon auszugehen, dass wenn nach einer Definition von ‘kinderreich‘ gefragt würde, die meisten Befragten mit ‘3 Kindern oder mehr ‘ antworten würden.
Die heutige Schwelle zum Kinderreichtum und somit zu einer großen Familie liegt bei 3 Kindern.

 

Für die weitere Herangehensweise an die Zielgruppe 'große Bedarfsgemeinschaft', wird die Definition der Zielgruppe anhand der beschriebenen Kriterien erfolgen. Eine große Bedarfsgemeinschaft zeichnet sich somit dadurch aus, dass drei oder mehr Kinder, also fünf oder mehr Personen in dieser Bedarfsgemeinschaft leben.

 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Familienhandbuch, Rupp, Marina; Bierschock, Kurt P.
 

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